Startseite | Kontakt | Termine | Meldungen | Sitemap | Impressum | Suchen

Die Koordinierungsstelle
Aktuelles
Förderprogramme
Jugendprogramm Zeitensprünge
Förderprogramm jugend aktiv!
Projektübersicht jugend aktiv!
Reportagen
Downloads und Formulare
Brandenburg - Das bist du uns wert!
Weitere Förderaktivitäten
Wettbewerbe
Regionale Netzwerke
Modellprogramm "erste Schwelle"
Reporter `89
Partner
Service
Pressebereich
Veranstaltungen


Newsletter-Abo
Email-Adresse:
 >>
Banner: verbund
Banner: praktikuss

Teil 1 der jugend aktiv! - Serie: Ein Treffpunkt für ganz Gnewitz

08.01.2007: "jugend aktiv!" unterstützt Jugendliche, die sich engagieren wollen. Für ihren Ort und die Menschen in ihrem Ort. In Gnewitz haben 16 Jugendliche erfahren, wie positiv ihr Engagement ankam. Sie bekamen Lob vom Bürgermeister, Lob von den Nachbarn, Lob von der Presse. Und das alles, weil sie angepackt haben. 500 Euro bekamen sie von uns für ihre Idee, auf dem Dorfplatz eine Sitzbank zu bauen um einen neuen Treffpunkt zu gestalten.

(Text/Fotos: Lena Siebernik)

Gnewitz ist ein kleines Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. Mitten im Grünen und fernab von Großstadtgetummel und Reizüberflutung. Wie viele andere Dörfer in ländlichen Regionen hat es so ein kleiner Ort nicht leicht, den Jugendlichen attraktive Möglichkeiten für eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu bieten. Es fehlt an Plätzen, Räumen, Technik und Mobilität. Der einzige Jugendclub in Gnewitz steht den Jungen und Mädchen nur im Winter zur Verfügung, so dass sie im Sommer zwar viel Grün um sich herum aber keinen wirklichen Treffpunkt haben. Dass sich das ändern lässt, haben 16 engagierte Jugendliche aus Gnewitz bewiesen: Sie haben im Sommer 2006 angepackt und einen Treffpunkt selber gebaut - und an dem erfreut sich nun ganz Gnewitz. Möglich wurde das Projekt mit Hilfe des Förderprogramms "jugend aktiv!" von der Stiftung Demokratische Jugend und durch die Unterstützung des Bürgermeisters.

  

Ein Blick zurück: Im Frühjahr 2006 entscheiden 16 Jugendliche aus Gnewitz und Umgebung, etwas für sich und ihr Dorf zu leisten. "Wir wollen einen Unterschlupf schaffen, wo wir uns im Sommer treffen können - und alle Gnewitzer sollten auch was davon haben" - mit dieser Idee entsteht ein Projekt, das einstimmig beschlossen und in die Tat umgesetzt werden soll. Das nötige Kleingeld für das Vorhaben kommt von der Stiftung Demokratische Jugend. Das Förderprogramm "jugend aktiv!" unterstützt engagierte Jugendliche mit 500 Euro - das Projekt "Tatort Dorfplatz" kommt gut an, das Projekt wird gefördert. Unterstützt vom Dorfbürgermeister Frank Barnick und der Jugendarbeiterin Ute Hasselberg machen sich die Jugendlichen daran, an ihrer Idee zu feilen, Helfer zu suchen und ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Nie mehr im Regen stehen

Die Idee ist schnell gefunden: eine Sitzbank mit Dach soll es werden. Den Dorfplatz gibt es schon - woran es mangelt sind Sitzgelegenheiten, die auch mal einen Regen aushalten. Gemeinsam mit einigen Eltern der am Projekt beteiligten Jugendlichen werden Schablonen erstellt und Bauzeichnungen angefertigt. Der Grundstein für ihr Projekt ist schnell gelegt. Allerdings muss erst der Dorfplatz gesäubert und geräumt werden. Ein Traktorreifen, früher als Blumenbeet genutzt, liegt im Weg und muss entfernt werden. Nicht ganz einen Tag braucht es und der Platz ist bereit für die bevorstehende Bauaktion.

Schleifen, Sägen, Schrauben, Streichen

  

Die Bauphase beginnt. Die Aufgaben werden verteilt und jeder macht sich an die Arbeit. Rohes Holz aus dem Baumarkt dient als Baumaterial und wird eigenhändig von den Jungen und Mädchen bearbeitet. Es wird geschliffen, gesägt, geschraubt und gestrichen. Jedes Wochenende von morgens um neun Uhr bis in den frühen Abend hinein, über ein viertel Jahr hinweg, treffen sie sich, um ihre Sitzbank fertig zu stellen.

Nach dem Baubeginn Anfang Mai ist es Ende Juli dann endlich geschafft. Die Sitzbank ist fertig und kann von allen Dorfbenutzern und vor allem von den jungen Leuten als Treffpunkt genutzt werden. Von der Organisation über die Bauphase bis zur endgültigen Fertigstellung hat alles reibungslos geklappt und jetzt haben die Jugendlichen auch im Sommer, wenn der Jugendclub ihnen nicht zur Verfügung steht, einen Treffpunkt für sich.

Ein Treffpunkt für ganz Gnewitz

  

Bürgermeister Frank Barnick und Sozialarbeiterin Ute Hasselberg haben die Gruppe von Anfang bis Ende unterstützt. Die Jugendlichen haben ihren Bürgermeister um Hilfe gebeten und er war sofort bereit, eine Lösung zu finden. Barnick erinnert sich noch gut an seine Kindheit und weiß, dass es wichtig ist für die jungen Dorfbewohner da zu sein. "Früher war mehr auf den Dörfern los, wir konnten immer irgendwo hin. Wir waren viel beweglicher." Er ist von dem Ergebnis der Projektarbeit überzeugt und stolz auf "seine" Jugendlichen. Sie haben es geschafft, durch den neuen Treffpunkt am Dorfplatz, alle Generationen von Gnewitz zusammen zu bringen.

Und die Dorfbewohner sind begeistert. Lob und Anerkennung kommt von allen Seiten. Nicht jeder spricht es öffentlich aus, aber alle finden die Sitzbank und das Engagement der Jugendlichen toll. Viele Menschen im Ort haben der Dorfjugend solch eine Arbeit nicht zugetraut und sind daher umso mehr von dem Ergebnis überrascht.

Engagement kommt an

Die Gnewitzer Jugendlichen sind mehr als zufrieden. "Wir haben alles eigenhändig organisiert und aufgebaut. Die Arbeit an diesem Projekt hat uns Spaß und Freude bereitet und durch den Bau sind wir alle näher zusammengekommen" sagt die 15-jährige Julia über das Projekt. Die lange Arbeit an der Sitzbank habe den jungen Leuten gezeigt, dass es sich lohnt, für sich und die Umgebung die Initiative zu ergreifen und etwas zu leisten. Respekt und Bestätigung aus dem Dorf haben dieses noch zusätzlich bestärkt, erzählen auch die anderen Jugendlichen. Sie sind stolz auf sich - und das zu Recht.

Weitere Projekte haben Julia und ihre Freunde schon in Planung, einiges wurde sogar schon in Angriff genommen. Und Frank Barnick, der Bürgermeister, wird die Jugendlichen immer wieder unterstützten. Ihm ist es wichtig, den Jugendlichen dabei zu helfen, sich ihr Dorf so attraktiv wie möglich zu machen - sie sind ja schließlich die Zukunft. Und natürlich möchte er den Jugendlichen eine Perspektive bieten, nach der Schule im kleinen Gnewitz, mitten in Mecklenburg - Vorpommern oder in der Nähe zu bleiben.




>>> HIER geht es zu den anderen Teilen unserer Serie


Zum SeitenbeginnVersendenDruckansicht