Ganz nah dran: Zeitenspringer bei der Arbeit
12.09.2007: Teil 5: Gemeinsame Zukunft in Europa - Görlitz / Zgorzelec
(Text/Fotos: Ricardo Glaser)
Die Altstadtbrücke in Görlitz / Zgorzelec ist Ausgangspunkt einer Stadterkundung und Recherchetour, die am 05.09.2007 mit Schülerinnen und Schülern der Klasse 9a des Görlitzer Förderschulzentrums stattfand. Bereits seit April dieses Jahres forschen die jungen Zeitenspringerinnen und Zeitenspringer gemeinsam mit Martin Kulke (SAEK Görlitz) und ihrer Klassenlehrerin Frau Skuras zur Görlitzer Geschichte. In dieser Zeit haben sie schon einiges erreichen und herausfinden können.
So wurde in den letzten Wochen und Monaten einige Zeit für Recherchearbeiten im städtischen Archiv und im Internet aufgewendet. Obwohl sich die Schülerinnen und Schüler anfangs etwas schwer mit derartigen Arbeiten taten, gelang es den Projektleitern, Interesse und Lust zu wecken und für alle eine passende Tätigkeit zu finden. Neben den akribischen Recherchearbeiten ging es aber vor allem praktisch zu: Bewohner und der städtische Archivar wurden interviewt und eine Radtour im Juli führte die Gruppe zu industriehistorischen Schauplätzen, wie dem Görlitzer Wagonbau und dem Tagebau in Hagenwerder.
|
Projektpate Michael Kretschmer steht den Zeitenspringer Rede und Antwort |
Unterstützung erfahren die Schülerinnen und Schüler während der gesamten Projektarbeit auch von Michael Kretschmer (Generalsekretär der sächsischen CDU), der als Projektpate die Radtour samt den kulturellen und kulinarischen Höhepunkten organisiert hat. Besonders erfreut zeigte sich Herr Kretschmer über die freundliche Aufnahme in die Gruppe der Jugendlichen. Für ihn ist es von großer Bedeutung, dass sich leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler dieser Aufgabe stellen und im Rahmen der Projektarbeit viele neue und herausfordernde Erfahrungen sammeln können. Hier sieht er den großen Gewinn niedrigschwelliger Zugangsmöglichkeiten der Projektförderung.
Am trüben und zu Beginn verregneten ersten Mittwoch im September war Michael Kretschmer dabei, ebenso wie die Leiterin des Förderschulzentrums, der Projektleiter Martin Kulke, eine Görlitzer Stadtführerin und die Klassenlehrerin der 9a, Frau Skuras. Gemeinsam mit den 15 Schülerinnen und Schülern stand ein historischer Stadtrundgang durch Görlitz und Zgorzelec auf dem Programm. Den beiden Pädagogen war es besonders wichtig , dass die jungen Leute ihre recherchierten Fakten mit konkreten Orten und Plätzen in Verbindung bringen konnten und so einen neuen, spannenden Blick auf Görlitz gewinnen.
Markus (14 Jahre) erzählte während des Rundgangs, dass er viele Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten der Stadt bisher noch nicht kannte und jetzt auf dem Stadtrundgang viele Dinge aus den Interviews und der Internetrecherche wiederentdeckt. Vor allem aus den Interviews sind ihm viele Aussagen in Erinnerung geblieben, zumal er für den Schnitt eines Interviews mit einem ehemaligen Wagonbauarbeiter verantwortlich war. Besonders beeindruckt waren Markus und die anderen Schüler von der Peterskirche, in der die große Sonnenorgel von Casparini verbaut ist - nur ein Beispiel Görlitzer Besonderheiten, wie die Schülerinnen und Schüler erfuhren.
Mit der Besichtigung der Dreiradenmühle an der Altstadtbrücke auf polnischer Seite endete ein interessanter Tag in Görlitz. Wir wünschen dem Projekt viel Erfolg bei der weiteren Erforschung ihrer Heimatgeschichte und freuen uns auf das Projektergebnis - eine Radiosendung über Görlitz, Zgorzelec und das Zusammenwachsen Europas.






