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Teil 2 der jugend aktiv! - Serie: Bunte Papierkörbe in Bad Frankenhausen

15.01.2007: Wer kennt das nicht: Man hat die Bananenschale in der Hand und weit und breit ist kein Papierkorb in Sicht. Rechts und Links ist nichts zu sehen. Oder doch? Vielleicht sind Abfallkörbe einfach zu unauffällig und schlecht markiert. In Bad Frankenhausen war das mal so. Dann kam eine jugend aktiv! - Gruppe und nahm sich des Themas an. Seitdem sind dort die Mülleimer bunt und die Hinweis - Schilder auffällig!

(Text: Katharina Mews)

Bad Frankenhausen im thüringischen Kyffhäuserkreis ist ein Ort voller Sehenswürdigkeiten. Hier gibt es zum Beispiel die naheliegende Barbarossahöhle und das Kyffhäuserdenkmal, beides beliebte Touristenziele. Die kleine Stadt gehört zum 800 km2 großen GeoPark "Kyffhäuser" und ist damit Teil eines sehr abwechslungsreich geprägten Landstrichs. Insgesamt neun Rad- und Wanderwege, sogenannte GeoPfade, durchziehen das Gebiet und bringen den Besucherinnen und Besuchern das Thema Geologie nahe. Sie locken die Wanderer u.a. zum "Barocken Bendeleben", in dem ein barocker Schlosspark und verschiedene Baudenkmäler zu besichtigen sind, und eben auch nach Bad Frankenhausen.

Attraktive Geopfade

  

Verschiedene Pfade des GeoParks laufen mitten durch Bad Frankenhausen, auch der Salzpfad und der Geopfad. Entlang der Wege gibt es Papierkörbe, die sehr unscheinbar sind und ohne jegliche Hinweise, um Passanten zu umweltbewusstem Handeln zu animieren. Das muss geändert werden, dachte sich eine Gruppe von Jugendlichen im Alter von 13 bis 16 Jahren. Sie gehören zum Kinder- und Jugendzentrum "Domizil", einem beliebten Treffpunkt für junge Leute. Die Jugendlichen nehmen an vielen Freizeitaktivitäten teil - doch es wurde Zeit, selber etwas auf die Beine zu stellen. Großes Ziel war nun ein eigenes Projekt, das in Angriff genommen und verwirklicht werden sollte. Die Idee kam schneller als gedacht, als den Jugendlichen auffiel, wie grau und unauffällig die Papierkörbe auf den GeopPfaden sind. "Farbenfrohe Papierkörbe" das war die Idee, mit der für mehr Umweltbewusstsein in Bad Frankenhausen geworben werden sollte. Durch das Förderprogramm "jugend aktiv!" der Stiftung Demokratische Jugend und mit tatkräftiger Unterstützung durch den Bürgermeister, den Kunstverein "White Pig" und den Jugendhilfe- und Förderverein e.V. konnte das Projekt dann auch verwirklicht werden.

  

Kein Platz für Müll

Am 1. Juli 2006 fiel der Startschuss. Die Jugendlichen gründeten die Initiative "Aufmerksamkeit für Umweltbewusstsein" und trafen sich mit den Projektleitern regelmäßig im "Domizil", um die Vorgehensweise, den Ablauf und das Ziel des Projektes zu besprechen. Im ersten Schritt wurde der "Salzpfad" unter die Lupe genommen. Routen wurden entworfen und abgegangen - mal zu Fuß, mal auf dem Fahrrad. Sie erforschten die zwei Kilometer lange Strecke. Sie war reich an kultureller und geologischer Geschichte, aber mit einem großen Misstand: Nicht an jedem Weg befanden sich Papierkörbe und wenn diese vorhanden waren, dann so unauffällig, dass Wanderer sie nicht wahrnehmen würden. Auf dem Pfad vom Regionalmuseum im alten Schloss bis zum Quellgrund muss sich einiges verändern, dachte sich die Jugendgruppe. Auf einem Stadtplan wurden die vorhandenen Papierkörbe eingezeichnet und genauestens dokumentiert und fotografiert. Nach der Begutachtung und der Bewertung der Ausgangslage kam die erschreckende Erkenntnis: viele Wege verfügten gar nicht über Papierkörbe -der Ausgangspunkt für das Projekt war damit klar.

Die Jugendinitiative fertigte am Computer kreative Vorschläge und Entwürfe für neue Papierkörbe an. Bunt designte Papierkörbe zeigten sich auf dem Bildschirm und mittels Vorher-Nachher-Vergleiche der Photoarbeiten wurde nun die weitere Vorangehensweise festgelegt. Schnell konnten vier komplett neue Papierkörbe organisiert werden.

Kreative Papierkörbe

Der Hauptteil des Projektes widmete sich der Kreativität: die Jugendlichen begannen mit der Umgestaltung der Papierkörbe. Mal grün mit bunten Schmetterlingen, mal regenbogenfarbig, mal schwarz-weiß oder auch geschmückt mit Bienen und Blumen. Der Kreativität wurden keine Grenzen gesetzt, die Resultate waren vielseitig.

Die Jugendlichen wollten etwas Bleibendes schaffen und der nächste Schritt wurde durchdacht: die an den Papierkörben entlang laufenden Passanten und Passantinnen sollten die veränderten Papierkörbe nicht nur wahrnehmen. Auch der Umweltgedanke sollte sich in ihren Köpfen festsetzen. Motiviert arbeiteten die Jugendlichen weiter und gestalteten ein Faltblatt zu einer Bürgerumfrage, die anschließend in der Stadt durchgeführt wurde. "Welcher Papierkorb gefällt Ihnen besser? Die vorher oder nachher Variante." war die Frage. Die Bewohner zeigten sich begeistert: "Die farbenfrohen Papierkörbe finde ich klasse!", "super Verschönerung der Stadt". Einige konnten sogar zu eigenen Vorschlägen animiert werden: "Man könnte ja vielleicht auch Frankenhäuser Sehenswürdigkeiten auf die Papierkörbe malen" hieß es zum Beispiel und "Man könnte ja mal die Grünflächen und Parks ein bisschen mehr und besser pflegen!".

Buntes Bad Frankenhausen

  

Während des gesamten Projektverlaufs hatten die fünf Jugendlichen ihr Ziel im Blick: sie wollten die Kurstadt ab nun mit offenen Augen betrachten, besonders im Hinblick auf die Umwelt und die seltene Pflanzen- und Tierwelt. Sie berichten: "Wir nahmen uns im Rahmen des Projektes vor, unseren Geopfad und unseren schönen Luftkurort sauber zu halten. Unter anderem wollten wir bei unseren Mitbürgern Aufmerksamkeit für mehr Umweltbewusstsein erreichen." Die Idee kam an: alle Jugendlichen blieben mit Elan dabei und konnten sogar weitere Menschen dazu animieren, an dem Projekt teil zu haben. Die Jugendlichen sind zufrieden: "Es hat alles so geklappt wie wir uns das vorstellten.". Sie sind stolz darauf, dass die Probepapierkörbe jetzt so schön bunt ausschauen und mehr auffallen und planen schon zielstrebig weiter. Es soll eine Fortsetzung geben, bei der alle Papierkörbe in Bad Frankenhausen bunt gestaltet werden. Die Jugendlichen sind zuversichtlich: "Wir freuen uns schon auf unser nächstes Umweltprojekt und hoffen, dass der Bürgermeister und die Stadträte unsere Vorschläge in ihre Arbeit einfließen lassen."




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