Teil 5 der jugend aktiv! - Serie: Wittstock Wunderbar!
16.02.2007: Werbung machen, bedeutet auffallen. Erlaubt ist alles, was bunt, laut, ausgefallen und einzigartig ist. In Wittstock haben Jugendliche die Möglichkeiten der Werbung genutzt und sind, ausgerüstet mit Kostümen, Trommeln, Jonglier-Keulen und Flyern, bis nach Berlin gefahren, um beim Karneval der Kulturen lautstark zu verkünden: "Kommt doch mal nach Wittstock - Wittstock weil wunderbar!" jugend aktiv! hat das Projekt unterstützt.
(Text: Kerstin Müller)
Wittstock in Brandenburg hat wie viele andere kleine Städte das Problem der Arbeitslosigkeit. Fast 20 Prozent der Menschen, die hier leben, haben keine Arbeit. Jugendliche der Stadt verlassen nach der Schule die Region, um in anderen Städten nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu suchen. Die Jugendlichen, die in Wittstock bleiben, aber keine Lehrstelle bekommen, sind perspektivlos und demotiviert. Zum Glück gibt es den Jugendclub C60. Hier treffen sich Jugendliche und verbringen ihre Freizeit miteinander. Es wird viel diskutiert über die Zukunft der Jugendlichen und die Zukunft von Wittstock. Ein Jugendlicher erzählt: "Oft wissen wir nicht, was wir unserer Freizeit machen sollen. Dadurch sitzen viele Jugendliche auf der Straße und fangen irgendwann an zu randalieren." Im vergangenen Jahr kam den Jugendlichen dann eine Idee. Sie wollten mit einem Flyer für die Stadt werben und Firmen und Touristen anlocken. Ihre Hoffnung: Die Stadt bekannter und attraktiver machen - vielleicht entstehen neue Arbeitsplätze.
Stadtmarketing im Jugendstil
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Der kleine bunte Flyer der "Werbeprofis" vom C60 |
Werbeprofis aus dem C60
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Plakate malen für den Wagen |
Samba in Berlin
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Jonglieren und Tanzen beim Karneval der Kulturen |
Anfang Juni war es dann soweit. 10.000 druckfrische Wittstock - Flyer machten sich gemeinsam mit den Jugendlichen auf den Weg nach Berlin. Am Nachmittag rollte der Wagen los. Auf der Ladefläche spielte die Trommelgruppe, hinter dem Wagen jonglierten und tanzten die anderen Gruppen und einige Jugendliche verteilten am Wegesrand den ganzen Tag über die bunten kleinen Falt-Flyer. Knapp 5000 Stück wurden die Jugendlichen los. Der Tag war ein großes Erlebnis. Eine bolivianische Gruppe schloss sich den Wittstockern an und tanzte zu den Trommeltönen der Jugendlichen. Die Multi-Kulti Stimmung hat den Jugendlichen gefallen: "Wir haben so viele Kostüme aus anderen Kulturen kennen gelernt und alle waren so friedlich zueinander. Das war einfach toll."
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Die Jugendlichen auf ihrem LKW |
Auch nach dem "Karneval der Kulturen" in Berlin zeigten sich die Wittstocker Jugendlichen als gute Promoter der eigenen Stadt. Die übrig gebliebenen 5000 Flyer verteilten sie bei einem Stadtfest in Neuruppin und an vielen Verkaufsstellen in der weiteren Umgebung. Und die Flyer, die immer noch übrig bleiben, die sollen auf bevorstehenden überregionalen Stadtfesten an die Menschen verteilt werden. Der Auftrag geht also weiter, die Jugendlichen haben einen großen Stein ins Rollen gebracht. Besonderes Lob bekamen sie von ihrem Bürgermeister Lutz Scheidemann: "Ich danke den Jugendlichen im Namen der Stadt für ihren Einsatz in Wittstock, Berlin und der Umgebung. Auch in Zukunft werden wir die Fahrten nach Berlin unterstützen."
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