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"Vorhang auf" - Jugendträume vor dem Krieg und heute!

24.11.2008: Zeitenspringer in Sachsen präsentieren ihre Projektergebnisse auf der Bühne

(Text/Fotos: Daniel Krellmann)

Der Saal des Jugendhauses Hanno e.V. ist gefüllt mit Menschen. Er ist sehr jugendlich und frisch gestaltet, die Wände sind dunkel bemalt und mit großen Abbildungen Musiklegenden wie beispielsweise Bob Marley oder Kurt Cobain verziert. U-förmig um die Tanzfläche herum befinden sich gemütliche Sitzecken mit gutem Blick auf die Bühne. Eine sehr schicke Lokalität, die zum Feiern mit Livemusik einlädt.

  

Die Sitzreihen in der Mitte des Raumes sind zwar noch nicht besetzt, aber im Veranstaltungsraum selbst herrscht reges Treiben. Die Menschen unterhalten sich und besichtigen eine Ausstellung, die links und rechts am Rande der Tanzfläche aufgebaut ist. Eine Bühne ist aufgebaut und ein Beamer projiziert den Titel der Veranstaltung an die Wand: Zeitenspringer 2008 "My Way" Jugendträume nach dem Krieg und heute. Nachdem sich eine angemessene Besucherzahl im Saal eingefunden hat, betreten zwei Mädchen die Bühne und eröffnen die Veranstaltung.

Bereits das dritte Mal nimmt das Jugend-, Veranstaltungs- und Kulturhaus Hanno e.V. nun schon mit einer Gruppe am Jugendprogramm Zeitensprünge der Stiftung Demokratische Jugend teil. Das diesjährige Team besteht aus neun Teilnehmern, welche sich die Frage stellten: Wie sahen wohl die Träume und Wünsche unser Großeltern aus, als sie selbst so jung waren wie wir? Was gab es überhaupt kurz nach dem Krieg und in wieweit haben sich die Vorstellungen der vergangenen Jugendgeneration erfüllt?

  

Nach über drei Monaten der Nachforschung und Arbeit gelangte die Gruppe zu ersten Ergebnissen, die sie der Öffentlichkeit am 13. November 2008 präsentierten. Hauptgegenstand ihrer Geschichtsforschung waren die Gespräche mit Zeitzeugen. Die Aussagen der Befragten und die somit erlangten Informationen wurden in Form eines Theaterstücks und einer Wandzeitung verarbeitet.

Die beiden Mädchen auf der Bühne erzählen vom Verlauf des Projektes und stellen jeden einzelnen Teilnehmer der Zeitensprünge-Gruppe über die Beamer - Projektion vor. Eine gewisse Aufregung ist den beiden anzumerken, aber man steht ja auch nicht jeden Tag vor Publikum auf der Bühne. Hier und da klicken Fotoapparate, auch die lokale Presse ist vor Ort. Die meisten Zuschauer werden wohl Eltern der Teilnehmer sein, in der ersten Reihe allerdings sitzen vier geladene Personen und lauschen den Moderatoren. Sie sind die Zeitzeugen, ohne die es gar keine Projektergebnisse geben würde.

  

Mit dem Ende der Moderation beginnt die Vorführung des Theaterstücks. Ein Dreiakter, in dem die Protagonistinnen eine Zeitreise durch die Jahre 1948, 2008 und 2048 erleben. Der erste Akt spiegelt dabei die Situation der Jugend in der Nachkriegszeit wieder. Laut Aussagen der Jugendlichen wurden hierfür die Fakten der Zeitzeugen verarbeitet.

Mit dem zweiten Akt, welcher im Hier und Jetzt spielt, konnten sich wohl noch die meisten der Anwesenden identifizieren. Die Jugendlichen feiern Partys, gehen shoppen und besitzen Handys, Laptops und andere Statussymbole. Sie können arbeiten gehen und sich Geld dazu verdienen. Hier herrschen andere Probleme als in Jahr 1948.

Der dritte und letzte Akt ist eine witzige aber auch skeptische Zukunftsvision des Jahres 2048. Jugendliche kommunizieren nur noch via Internet. Ebenso hat die Schule ausgedient, da man sich alles Wissen im World Wide Web aneignen kann. Raumfahrten als Freizeitvertreib sind Alltag. Aber wird in dieser Vision noch Platz für das Interesse an der Vergangenheit sein?

Der Vorhang fällt, das Publikum applaudiert und in den Gesichtern der Zeitenspringer ist Erleichterung zu sehen. Noch einmal wird Raum für Fragen rund um das Projekt geboten, welcher auch produktiv genutzt wurde. Am wichtigsten war dennoch die Danksagung an die Zeitzeugen, ohne die der Abend und darüber hinaus das gesamte Projekt nie realisierbar gewesen wäre. Ein langer Applaus gebührte nur ihnen.


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