"erste Schwelle" ...fertig...los!
12.06.2008: Offizieller Auftakt zum Modellprogramm
(Text/Fotos: Kerstin Müller)
Es lag eine intensive Atmosphäre von Neugierde, Motivation und Tatendrang in der Luft, als am 10.06.2008 im Dietrich-Bonhoeffer-Hotel in Berlin das Modellprogramm "erste Schwelle" offiziell eröffnet wurde. 12 Träger der freien Jugendhilfe, die fast alle auch Träger von Kompetenzagenturen sind, hatten ihre verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Hauptstadt entsandt, um sich gegenseitig kennen zu lernen und alle wichtigen Informationen zum Start des Programms einzuholen. Es war eine kleine, aber wie sich später herausstellte, multiprofessionelle Runde, die der Einladung der Koordinierungsstelle "Perspektiven für junge Menschen" gefolgt war. Aus 30 Interessenbekundungen hatte sie zuvor 10 ostdeutsche Träger von Kompetenzagenturen ausgewählt. Zwei weitere nehmen im Rahmen des Modellprojektes "Demografischer Wandel - Region schafft Zukunft" des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung an dem neuen Programm teil, bei dem bis Ende 2010 jährlich rund 120 Jugendliche in gemeinnützige Projekte integriert werden sollen, um den Übergang zwischen Schule und Studium oder Ausbildung zielführend zu gestalten.
|
Ute Trentini, BMFSFJ |
Die Eröffnungsrede zum Auftaktworkshop hielt Ute Trentini vom Bundesministerium für Senioren, Frauen und Jugend. Sie betonte: "Wir möchten mit "erste Schwelle" jungen Menschen dabei helfen, Selbstengagement zu entwickeln und sich damit als wertvoller Teil in der Zivilgesellschaft zu verankern. Wir hoffen, dass die Jugendlichen danach Halt und Perspektive in ihrer Heimatregion finden. Mit dem Modellprogramm erproben wir einen neuen Ansatz für eine neue Zielgruppe und diesen werden wir begleiten, evaluieren und nach der Modellphase weitertragen."
|
André Riemer, BMVBS |
Dass es unerlässlich sei, Jugendlichen bei der Aufgabe, in strukturschwachen und vom demografischen Wandel betroffenen Regionen einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden, zu helfen, unterstrich André Riemer vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Er kündigte an: "Wir werden uns der jungen Menschen annehmen, die diesen Herausforderungen mit Engagement begegnen und aktiv daran mitwirken, Vernetzungen auszubauen und dem demografischen Wandel etwas entgegenzusetzen."
|
Heidemarie Rubart |
Das Modellprogramm "erste Schwelle" ist Teil des Handlungsbereiches Lokale Netzwerke in der Koordinierungsstelle "Perspektiven für junge Menschen". Heidemarie Rubart, Leiterin der Koordinierungsstelle, skizzierte: "Das Modellprogramm ist für uns eine wichtige Weiterentwicklung im Bereich der Förderung von lokalen und regionalen Netzwerkstrukturen. Seit 2004 sind wir in diesem Handlungsbereich aktiv und wir freuen uns besonders, mit ausgewählten Trägern von Kompetenzagenturen neue und wichtige Kooperationspartner zu gewinnen, die bereits in solchen Strukturen arbeiten und diese im Modellprogramm zur Entwicklung von Perspektiven für junge Menschen nutzen."
Vielseitig und basisnah wurde es, als die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kompetenzagenturen sich und die Arbeitsschwerpunkte ihrer Träger vorstellten. Da waren freie Träger der Jugendhilfe und solche mit konfessioneller Bindung, Organisationen, die bundesweit aktiv sind, aber auch gewachsene, einst private Initiativen. Eines haben alle gemeinsam: langjährige Erfahrung in der Verknüpfung von sozialer und beruflicher Integrationsarbeit. Schnell wurde klar: Die 12 Partner im Modellprogramm "erste Schwelle" sind multiprofessionelle Ansprechpartner für die Belange junger Menschen, die zwischen arbeitspolitischen Maßnahmen und einer wenig hoffnungsvollen Zukunft die Chancen und Möglichkeiten von ehrenamtlichen und auf sie persönlich zugeschnittenen Engagementprojekten kennen lernen können. Begleitend dazu bietet die Koordinierungsstelle "Perspektiven für junge Menschen" in den kommenden drei Jahren ein breites Spektrum an Vernetzungs- und Qualifikationsmöglichkeiten für die Projektverantwortlichen an.
|
Konrad Tack |
Am 2.Tag stand Konrad Tack, bis September 2008 Vorsitzender der Geschäftsleitung in der Agentur für Arbeit Berlin/Süd den Teilnehmenden als Referent und Gesprächspartner für kritische Punkte in Bezug auf den förderrechtlichen Status der Jugendlichen und Fragen des Leistungsbezuges zur Verfügung. Er würdigte das Modellvorhaben als sinnvolle Ergänzung der vorhandenen arbeitsmarktpolitischen Instrumentarien für eine Zielgruppe, die bislang wenig in der Optik war. "Insbesondere die Arbeit in einem selbst entwickelten und strukturierten Projekt bildet bei Jugendlichen den Schlüssel zum Erfolg", so die Erfahrung von Konrad Tack.
Ein erfolgreicher Auftakt, dieser erste Schritt über die unbekannte Schwelle.
Informationen zum Modellprogramm:
www.erste-schwelle.de






