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48 "Kinder" starten Entdeckungsreise

23.03.2009: "Zeitensprünge"-Auftakt-Veranstaltung für Berlin und Brandenburg

  

Frühlingsgefühle zum Auftakt

 

Potsdam. Der Himmel erstrahlt in einem kräftigen Blau, erste zartgrüne Blätter sprießen an den Bäumen am Ufer des Heiligen Sees. Eine leichte Brise treibt kleine Wellen vor sich her. An diesem Freitag Vormittag liegt Aufbruchsstimmung in der Luft - auch im Saal des Maltesertreffpunktes Freizeit in Potsdam. Hier findet heute die Auftaktveranstaltung zum Jugendprogramm "Zeitensprünge" für die 48 ausgewählten Teams aus Berlin und Brandenburg statt.

Im Eingangsbereich treffen Jugendliche und Projektleiter aufeinander, kleine Grüppchen stehen vor Stellwänden, auf denen "Zeitensprünge"-Teams vergangener Jahre ihre Arbeit dokumentiert haben. Geschirr klappert, Helferinnen und Helfer tragen Kisten von einem Raum in den anderen. Mittendrin sorgen Sandra Brenner, Heidi Schulze und Uwe Danker, die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in den Landesjugendringen Berlin und Brandenburg, für die Ausgabe von Namensschildchen, beantworten erste Fragen und begrüßen ihre Gäste.

Höchst interessante Projekte

  
 

Minister Holger Rupprecht

Zu Gast ist beispielsweise Holger Rupprecht, Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg. In dem Haus, das er aus DDR-Zeiten noch als Pionierhaus kennt und das zwischenzeitlich vom Abriss bedroht war, lässt er es sich nicht nehmen, ein Grußwort an die geschichtsinteressierten Jugendlichen zu richten. "Das Programm ermöglicht die Beschäftigung mit höchst interessanten Projekten", erklärt der Minister. Er schätzt "Zeitensprünge" und malt in seiner Rede stolz das Bild von der Stiftung Demokratische Jugend als "Mutter", dem Brandenburgischen Ministerium als einer der "Väter" und der befruchtenden Zusammenarbeit, die seit vielen Jahren Projekte hervorbringt, die sich mit wichtigen regionalen Themen befassen.

"Auch in diesem Jahr sind wieder einige Projekte dabei, die das Problem der Abwanderung thematisieren", lobt der Rupprecht und bedauert: "Leider verlassen uns jedes Jahr viele junge Menschen." Um so wichtiger sei es, so Rupprecht, "dass wir offensiv mit dem Begriff Heimat umgehen können. Heimat ist schließlich der Ort, in dem ich lebe - nicht nur die Stadt, in der ich geboren bin", erklärt der gebürtige Mecklenburger gut gelaunt.

  

Zur Geschichte - hier entlang!

 

Besonders freut ihn in diesem Jahr, dass sich so viele Projekte mit der jüngeren deutschen Geschichte befassen. "Mutig und klug" sei das, so Rupprecht, der selbst als Zeitzeuge unterwegs ist und in den Schulen des Landes über das Leben in der DDR spricht. Er wünscht den Teams interessante Geschichten, weist aber auch darauf hin, dass es nicht einfach sein wird, die Ereignisse des Jahres 1989 kritisch zu hinterfragen. "Manch einer wird sich bei unbequemen Fragen nicht öffnen wollen", warnt er.

Gemeinsamkeiten

Dass es bei der Jugendgeschichtsarbeit aber gar nicht nur um das "Verstehen kultureller Differenzen", sondern eben auch um das "Entdecken von Gemeinsamkeiten" geht, betont Karla Range-Schmedes, Referatsleiterin der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Das gemeinsame Erforschen der Geschichte, die auf diese Weise von Berliner und Brandenburger Teams neu ergründet und lebendig gehalten wird, steht für Karla Range-Schmedes auf der heutigen gemeinsamen Veranstaltung der beiden Partner im Vordergrund.

  
 

Projekt-Ordner

Um die gemeinsame Arbeit während der Projektlaufzeit bis November 2009 geht es schließlich auch in den Workshops. Erwartungen, Ideen, Beteiligungsmodelle werden da thematisiert, ebenso werden erste Schritte, organisatorische und finanzielle Fragen angesprochen. Sandra Brenner, Heidi Schulze und Uwe Danker bereiten "ihre" Teams umfassend auf die kommenden Monate vor, in einem zweiten Panel werden sie von Fachleuten unterstützt, die die Teilnehmer hinsichtlich der Arbeit mit Zeitzeugen oder Fragen der Projektdokumentation optimal einstimmen.

Besondere Wertschätzung: Jugendgeschichtstag

Nicht zuletzt für alle Projekte, die sich mit einer Geschichte aus der DDR-Zeit oder der Friedlichen Revolution des Jahres 1989 befassen, sind diese Informationen wichtig - haben sie doch in diesem Jahr die Möglichkeit, ihre Arbeit auf dem 1. Ostdeutschen Jugendgeschichtstag zu präsentieren, der am 8. und 9. November im Deutschen Historischen Museum ausgerichtet wird. "Das ist noch einmal eine besondere Wertschätzung der Jugendgeschichtsarbeit", erklärt Heike Thomas, Programmkoordinatorin in der Stiftung Demokratische Jugend, "wir sind gespannt auf die Ergebnisse."

Jetzt heißt es aber erst einmal: Anfangen. Und einem erfolgreichen Start nach dem Motto "Entdecken - Erforschen - Dokumentieren - Bekannt machen" steht den 48 Projekten in Berlin und Brandenburg nach dem heutigen Auftakt nichts mehr im Wege.

     
 

Teilnehmer der gemeinsamen Auftaktveranstaltung

 

Die Berliner und Brandenburger Auftaktveranstaltung der ZEITENSPRÜNGE-Projekte wird im Rahmen des Modellprojekts "Meine Deine Unsere GeschichteN - Lokale Jugendgeschichtsprojekte und Interkulturelles Lernen" im Rahmen des Programms "VIElFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie durch das Land Brandenburg (Ministerium für Bildung, Jugend und Sport) und durch das Land Berlin (Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung) gefördert.


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