Geht nicht - gibt´s nicht!
15.12.2006: Stiftung Demokratische Jugend veranstaltet länderübergreifende Zukunftswerkstatt mit öffentlichen Trägern der Jugendhilfe
(Text/Fotos: Kerstin Müller)
Knapp 30 Vertreter und Vertreterinnen der Jugendhilfe aus den Neuen Bundesländern haben am 12. und 13. Dezember 2006 den Weg nach Potsdam gefunden. Was sie erwartete, war kein gemeinsames Ausschuss-Treffen, sondern eine erste länderübergreifende Zukunftswerkstatt für die Jugendhilfe.
"Jugendhilfe ohne Jugend?" war das Thema, unter dem kritisiert, phantasiert und organisiert wurde. Veranstaltet wurde die Zukunftswerkstatt von der Koordinierungsstelle "Perspektiven für junge Menschen - gemeinsam gegen Abwanderung" in der Stiftung Demokratische Jugend.
Intensiv und konzentriert gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Zukunftswerkstatt der Frage nach, was die Jugendhilfe hindert, die Zukunft zu gestalten - und das unter dem Fokus des demographischen Wandels und der anhaltenden Abwanderung junger Menschen.
Einen Impuls für die Werkstattarbeit lieferte Dr. Werner Lindner vom Landesjugendamt Niedersachsen. In einem kurzen Einstieg ermutigte er die Anwesenden, der Jugendhilfe den Weg in die Offensive zu bereiten. "Jugendarbeit ist keine Randgruppenpädagogik. Die Jugendarbeit muss raus aus den immer leerer werdenden Räumen und rein in die Lebenswelt der Jugendlichen." Engere Kooperationen und Bündnisse können dabei helfen, das Thema Abwanderung lokal, regional und länderübergreifend zu diskutieren. Optimismus und Kreativität seien gefragt, um dem Problem der Abwanderung nun zu begegnen und für neue Herausforderungen der Zukunft gerüstet zu sein, so Lindner.
Gemeinsam neue Ideen und Lösungsansätze zu entwickeln, um Jugendliche in den Neuen Bundesländern zu halten - das war der formulierte Wunsch aller Beteiligten und so entwickelten sich zwei spannende Tage voller Problemanalysen, Phantasiereisen, Visionen und Handlungsvorhaben. Dabei reichten die Zukunftsentwürfe von der Etablierung neuer Gemeindeämter bis hin zur gesetzlichen Regelung von Jugendquoten in den Parlamenten. Länderübergreifende Jugendaktionswochen und Schülerfirmen waren genauso Ideen wie die Ernennung eines Jugendministers oder einer Jugendministerin und der Forderung nach einem Gemeindemanager mit eigenem Gemeinde - Sozial - Fonds.
Fruchtbar war die Trilogie des Kritisierens, Phantasierens, Realisierens. Am Ende der Zukunftswerkstatt "Jugendhilfe ohne Jugend?" standen einige konkrete Vorhaben: Jugendsalon, Jugendbauernhof, Jugendtage, Jugendfirma. Eins haben alle Anwesenden in diesen zwei Tagen von den Moderatoren Oliver Wendenkampf und Sylvia Ruge gelernt: Geht nicht, gibt´s nicht - man muss nur kleine Schritte machen.






