Expertenrunde bestätigt Bedarf: Rückkehrförderung als Wirtschaftsfaktor für Ostdeutschland unverzichtbar
19.11.2009: Pressemitteilung des Verbunds Rück- und Zuwanderung
Berlin - Der Verbund Rück- und Zuwanderung (VRZ) hat am Mittwoch gemeinsam mit 20 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung, Bundeswehr und Hochschule getagt. Auf der Tagung stellte Daphne Reim vom nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung erste Ergebnisse einer Studie vor, die der VRZ im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung durchgeführt hat, um die Aktivitäten in Ostdeutschland zur Förderung der Rück- und Zuwanderung und Fachkräftesicherung zu analysieren. "Wir wollen herausfinden, wie die verschiedenen Akteure, die in diesem Bereich tätig sind, Synergien nutzen und Konkurrenz vermeiden können", erklärte die Sprecherin des Verbunds und Leiterin der Koordinierungsstelle "Perspektiven für junge Menschen" in der Stiftung Demokratische Jugend, Heidemarie Rubart.
Die Studie bestätigt, dass die Initiativen, die sich als Drehscheibe für Rückkehr- oder Zuwanderungswillige für die ostdeutschen Bundesländer verstehen, das Angebot der Agenturen für Arbeit ergänzen und nicht etwa als Parallelstruktur tätig sind. Es werden weniger konkrete Vermittlungsdienste, sondern vielmehr zusätzliche Beratungsleistungen für Unternehmen und Arbeitssuchende angeboten. Das Angebot reicht von der Unterstützung der Personalabteilungen bei der Stellenplanung bis hin zur Vermittlung von Themen für Bachelor- und Diplomarbeiten, um Absolventen über erste Arbeitskontakte den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern.
Die Expertenrunde betonte die Notwendigkeit, der Rückkehrförderung als Wirtschaftsfaktor für Ostdeutschland künftig eine größere Rolle beizumessen. Die Wohnbevölkerung ist in den neuen Ländern zwischen 1991 und 2007 um 1,5 Mio. Einwohner auf 16,6 Mio. zurückgegangen. Vor allem junge, gut ausgebildete Menschen verlassen ihre Heimat. Die Rückkehrinitiativen bestätigen, dass es im Osten bereits flächendeckend an Fachkräften mangelt und viele Unternehmen ihre freien Stellen nicht besetzen können.
Haupthinderungsgründe für die Rück- und Zuwanderung sei das niedrige Lohnniveau. Darüber hinaus, das zeigt auch die Studie, sind es zunehmend die weichen Faktoren, die von den potenziellen Rückkehrern nachgefragt würden. Dazu zählen vor allem ausreichend Kindergartenplätze und Schulen, eine hinreichende Verkehrsinfrastruktur sowie medizinische oder kulturelle Angebote in der Region. Eine Rolle spiele darüber hinaus das Image der neuen Länder, das oftmals hinter den realen Gegebenheiten zurückbleibe.
Die Expertenrunde empfahl, die Situation der Rückkehrinitiativen zu verbessern. Es handele sich um bedeutende Einrichtungen, die sich jedes Land leisten sollte. Sie könnten jedoch nur erfolgreich arbeiten, wenn sie in der Region fest verankert und breit vernetzt seien.
Die Studie "Aktivitäten zur Förderung von Rück- und Zuwanderung und zur Fachkräftesicherung" wird nun um die Aussagen der Expertenrunde ergänzt und im Dezember veröffentlicht.
Pressekontakt:
Stiftung Demokratische Jugend
Koordinierungsstelle "Perspektiven für junge Menschen"
Jana Kellermann
Tel.: 030-200789-44
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| Der Verbund Rück- und Zuwanderung arbeitet seit 2006 als länderübergreifender Zusammenschluss ostdeutscher Rückkehrinitiativen und -organisationen. Er ist als Trägerverein angesiedelt bei der Koordinierungsstelle "Perspektiven für junge Menschen" in der Stiftung Demokratische Jugend. Mitglieder im Verbund sind:
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