Auf dem besten Weg
12.06.2009: Arbeit der Koordinierungsstelle im Jahresbericht zur Deutschen Einheit gewürdigt
Der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, Bundesminister Wolfgang Tiefensee, hat am Mittwoch in Berlin den Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit vorgestellt. Er würdigte in besonderem Maße den Mut der Bürgerinnen und Bürger im Verlaufe der Friedlichen Revolution von 1989 und die Leistungen, die den neuen Ländern seit der Wiedervereinigung Deutschlands zugute gekommen sind.
"Der Verfall vieler Innenstädte ist aufgehalten. Die verheerende Umweltverschmutzung wurde gestoppt, viele Altlasten beseitigt und der Weg für eine nachhaltige, wirtschaftlich dynamische und ökologisch verträgliche Entwicklung geebnet. Das Verkehrsnetz wurde in großem Umfang saniert. Der Zugang zu Bildungsgängen richtet sich nach Eignung, Leistung und Neigung", heißt es im Bericht. Der Osten sei auf dem besten Wege, sich dem Westen anzunähern, erklärte Tiefensee.
Der Minister verwies jedoch gleichzeitig auf die Politikverdrossenheit und das sinkende Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in demokratische Verfahren und Institutionen. "Diese Entwicklung ist bedenklich, denn Demokratie lebt vom Engagement und dem Einsatz der Menschen für ihre öffentlichen Angelegenheiten", so Tiefensee.
Auch die Abwanderung junger Menschen stellt für die Entwicklung der neuen Länder eine besondere Herausforderung dar. Nach wie vor verlassen viele gut ausgebildete Jugendliche und darunter vor allem junge Frauen die neuen Länder.
Der Arbeit der länderübergreifend tätigen Koordinierungsstelle "Perspektiven für junge Menschen" unter dem Dach der Stiftung Demokratische Jugend kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu. Die vielfältigen Aktivitäten in den Handlungsbereichen der Koordinierungsstelle haben im Kern das Ziel, gemeinsam mit Partnern aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft Jugendliche zu mehr Eigeninitiative anzuregen, ihre Heimatverbundenheit zu fördern sowie in lokalen Netzwerken und überregionalen Kooperationsgemeinschaften dafür Unterstützungsstrukturen zu schaffen.
Auch das Modellprojekt "erste Schwelle" findet im Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit Erwähnung. An 12 Standorten in den neuen Ländern werden jungen Menschen, die nach erfolgreichem Schulabschluss keine Lehrstelle gefunden oder keinen Studienplatz erhalten haben, Zukunftschancen durch Arbeit in einem örtlichen gemeinnützigen Projekt eröffnet.
"Wir wollen mit unserer Arbeit zur Entwicklung des Ostens beitragen, aber auch auf die Entwicklungshemmnisse aufmerksam machen", erklärte dazu Heidemarie Rubart, Leiterin der Koordinierungsstelle. "Die Situation junger Menschen in den ländlichen Gebieten Ostdeutschlands ist trotz der wirtschaftlichen und infrastrukturellen Verbesserungen prekär. Wenn es hier nicht gelingt, Perspektiven zu schaffen, verlieren die neuen Länder ihr wichtigstes Potenzial für die Zukunft."
Die Besonderheiten und Anforderungen an die Politik in Ostdeutschland werden am 29. Juni während eines Parlamentarischen Nachmittags diskutiert. Die Koordinierungsstelle "Perspektiven für junge Menschen" wird gemeinsam mit dem Deutschen Bundesjugendring und der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung dort auch die Ergebnisse der Jugendkonferenz "Perspektive Land!" und der Fachtagung "Zukunft ermöglichen - Perspektiven eröffnen" vorstellen. Ziel ist es, das Thema in der kommenden Legislaturperiode stärker auf die politische Agenda zu setzen und zu einem verbindlichen Bestandteil zukünftigen Handelns von Bundesregierung und Bundestag zu machen.
Den Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit können Sie hier lesen: www.bmvbs.de






