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Rollsportbegeisterte Jugendliche und Kräutergärten in Ladenfenstern

26.01.2006: Die Gewinner des Wettbewerbs "Jugend engagiert in Sachsen" werden jetzt für ihre Ideen belohnt.

(Text: Liv Abel)

Eine Skaterhalle in ihrem Ort, das war das ehrgeizige Ziel der 15 Jugendlichen aus Freiberg, die sich unter dem Namen "Rolling Bonez" im Mai letzten Jahres zusammengeschlossen haben. "Wir würden gern das ganze Jahr über unserem Hobby nachgehen, aber dafür bräuchten wir eine Skatehalle", sagt Projektbetreuerin Claudia Wickmann. Um ihrem Ziel näher zu kommen und um auf ihr Anliegen Aufmerksam zu machen, hatten die rollsportbegeisterten Mädchen und Jungen eine Jugendinitiative gegründet und sich beim "Wettbewerb Jugend engagiert in Sachsen" beworben.

  

Mit dem Mitmach-Wettbewerb der Stiftung Demokratische Jugend, der Sächsischen Jugendstiftung und der just - Jugendstiftung Sachsen sollten Jugendliche aus Sachsen gewürdigt werden, die sich bereits mit konkreten Projekten für ihren Heimatort und die dort lebenden Menschen engagiert haben und es schafften, die Bürgermeisterin oder den Bürgermeister von dieser Idee zu begeistern. Im Schulterschluss mit dem Stadtvorsteher konnten die jungen Menschen eine Initiative starten und ihre Idee umsetzen, ganz gleich auf welche Weise, damit zur Verschönerung oder Verbesserung des Orts oder der Region beigetragen wurde.

Skater machen mobil

  
 

Skate-Event in Freiberg

Wie das z.B. aussehen konnte, zeigten auch die Skater aus Freiberg. Sie waren unter den glücklichen Gewinnern, die von der Juryrunde als beste und innovativste Projekte ausgezeichnet wurden. Mit ihrem Projekt "Skate / BMX Jam", einem Skate-Event in Freiberg, konnten sie die Jurymitglieder der Stiftung Demokratische Jugend, der Sächsischen Jugendstiftung und der just-Jugendstiftung Sachsen überzeugen. Durch ihr unermüdliches Engagement hatten sie die Organisation und Durchführung des Skate-Contests, dazu gehörten auch die Sponsorensuche, das Versenden von Pressemitteilungen, die Moderation etc., selbständig organisieren können. Mit dem Wettbewerb im September des letzten Jahres, bei dem zahlreiche Skateboarder, BMXer und Inliner ihr Können unter Beweis stellten und Jung wie Alt begeisterten, gelang es ihnen, nicht nur die Menschen vor Ort zu gewinnen, sondern auch ortsübergreifend auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.

  

Skate-Team aus Freiberg

 

Durch den Skate-Event, den sie in Kooperation mit der Oberbürgermeisterin der Stadt Freiberg Frau Dr. Rensch organisierten, konnten sie Öffentlichkeit schaffen, auf ihr Anliegen und die Dringlichkeit einer Skaterhalle aufmerksam machen und viele Unterstützer aus der Region gewinnen. Die große Resonanz in der Bevölkerung zeigte auch, dass der Bedarf da ist und es in Freiberg und Umgebung noch viele andere junge Menschen gibt, die ihrem rollenden Hobby auch bei ungünstigen Wetterbedingungen nachgehen möchten. Ein geeigneter Ort für die langersehnte Skatehalle sei zwar noch nicht gefunden, aber die Kontakte sind gemacht und die Bemühungen gehen weiter, sagt Claudia Wickmann. Schon bald werden sie deshalb ganz bestimmt nicht mehr nur bei gutem Wetter an den Start gehen können.

"Aus leer mach schön"

Auch die 20 Jugendlichen aus Olbernhau in Sachsen wollten etwas für ihren Ort tun und hatten eine gute Idee. In der Stadt, die von dem Jahrhunderthochwasser im Jahr 2002 nicht verschont geblieben war, stand seitdem eine Vielzahl von Ladengeschäften leer, die nicht nur das Stadtbild negativ beeinflussten, sondern auch die Attraktivität des heimischen Standorts senkten wie die Jugendlichen fanden. Auch nach Aussagen der Vermieter waren die Läden dadurch nur noch schwer vermietbar.

  
 

Ladenfenster in Olbernhau

Die Jungen und Mädchen gaben sich deshalb den Projektnamen "Aus leer mach schön", gingen zu ihrem Bürgermeister, Herrn Dr. Laub, und baten ihn um seine Zustimmung, die örtlichen Schaufenster herrichten und verschönern zu dürfen. Der hatte dagegen gar nichts einzuwenden, im Gegenteil, er war sofort von der Idee begeistert wie Projektleiter Herr Falk Hofmann mitteilt. Auch bei der Bevölkerung im Ort sei die Idee gut angekommen, erzählt er. "Ständig sind neugierige Bewohner stehen geblieben und haben geguckt, was die Jugendlichen da Tolles machen." So wurden die schwer vermietbaren Räume zu Themen wie "einheimische Kräuter und Gemüse" gestaltet und unansehnliche Schaufenster kreativ und dekorativ hergerichtet. "Auf Grund knapper Kassen dachten wir uns, was bietet uns eigentlich die Natur so Dekoratives an", sagen die jungen Stadtplanerinnen und -planer, die auch in Zukunft weitermachen wollen. Das nächste Dorfverschönerungsprojekt ist bereits in Planung.

Beide Projekte werden jetzt für ihr vorbildliches Engagement mit einem Internetcafé der Bundesinitiative "Jugend ans Netz" belohnt. Die Ausstattung soll dazu beitragen, auch in der Zukunft bei der Umsetzung von guten Ideen zu helfen.



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