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"Wir wollen bleiben"

05.07.2007: Gänsehaut-Stimmung bei der Preisverleihung des Stiftungswettbewerbs "Visionen für Regionen" in Berlin

(Text/Fotos: Kerstin Müller)

  

Der Raum der Humboldt Viadrina Governance School in Berlin war voll, als Dr. Birgit Böhm vom nexus Institut die Preisverleihung für den ersten ostdeutschen Ideenwettbewerb "Visionen für Regionen" eröffnete. Über 50 Jugendliche aus allen neuen Bundesländern hatten den Weg in die Hauptstadt gefunden, um sich ihre Preise persönlich abzuholen. Und es war vom ersten bis zum letzten Moment eine Verleihung mit Gänsehaut-Gefühl, Bewunderung und jeder Menge Spaß.

  

Wilhelm Teuber, Leiter des Referats Kinder und Jugend im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, eröffnete stellvertretend für seine Abteilungsleiterin Karin Reiser die Preisverleihung. "Wir freuen uns, dass sich fast 100 Jugendgruppen für diesen ersten Wettbewerb seiner Art beworben haben. Jugendeinrichtungen und alle Schulformen sowie Kooperationen von Jugendhilfe und Schule sind hier vertreten. Dies ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, vor allem, wenn man bedenkt, wie viele junge Menschen bei all diesen spannenden Kooperationsprojekten mitgewirkt haben" so Wilhelm Teuber. "Die Lust auf Engagement wächst. Und die Möglichkeit, dies zum Ausdruck zu bringen und dabei mit eigenen Ideen ernst genommen zu werden, ist den Jugendlichen sehr wichtig."

  

Im Namen des Bundesjugendministeriums überreichte Wilhelm Teuber den ersten Preis über 1.500 Euro an die Gewinnergruppe der Jungen Thomasgemeinde aus Erfurt. Der Film "Our Vision of Erfurt" feierte danach seine Videopremiere und wurde mit großer Bewunderung aufgenommen. Die Jugendlichen haben sich in Erfurt mit der Kamera umgesehen und an allen Plätzen, die ihnen für die Zukunft wichtig sind, Warnschilder hinterlassen. "Jede Haltestelle 10 Cent" prangert an der Straßenbahn, "Wer hier investiert, bildet Zukunft. Wer nicht, auch" steht an der Schule geschrieben. "Wer sein Fahrzeug hier stehen lässt, muss damit rechnen, dass es als Spielzeug benutzt wird" lautet der Hinweis neben dem Sandkasten. Der Film hat nicht nur der Jury gefallen, er kam auch im Publikum gut an und eine Gewinnerin verriet: "Ich musste weinen, als wir erfahren haben, dass wir gewonnen haben".

  

Persönlich wurde es auch, als Andreas Pautzke, Geschäftsführer der Stiftung Demokratische Jugend, in seiner Rede über die Motivation zu dem Ideenwettbewerb sprach: "Wer sich mit seiner Heimatregion auseinandersetzt und sich für den Ort engagiert, in dem er lebt, baut eine engere Bindung auf als andere Menschen. Darum ist es uns als Stiftung besonders wichtig, Jugendlichen möglichst viele Engagementfelder zu eröffnen und sie darin zu unterstützen, in ihrem Ort Würdigung und Anerkennung zu erfahren, sich für Demokratie und Toleranz einzusetzen oder über Geschichtsprojekte mit Zeitzeugen aus der Region in Kontakt zu treten. "Visionen für Regionen" hat den Jugendlichen diese Möglichkeit geboten."

Andreas Pautzke überreichte im Anschluss den zweiten Gewinnern ihren Scheck über 1.000 Euro Preisgeld. Die Jugendlichen der KIZ-Treff Gruppe aus Weinböhla in Sachsen haben mit ihrem Gesellschaftsspiel "Durchgefragt" ein Zeichen für eine kommunikativere Zukunft gesetzt und sich mit den Ressourcen ihrer Heimatregion beschäftigt. Die Idee stieß auf positive Resonanz und es schien ein wenig so, als würden alle Anwesenden dieses Spiel gerne einmal ausprobieren wollen.

  

Für den dritten Preis hatte sich Dr. Hans-Liudger Dienel vom nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung als Redner bereit erklärt. Er betonte vorab die Bedeutung von möglichen Haltefaktoren und bat die Jugendlichen: "Geht ruhig weg und sammelt eure Erfahrungen, aber bitte kommt wieder - denn ihr habt gezeigt, dass ihr Visionen habt und sie auch umsetzten könnt. Und wo könnt ihr das besser machen, als in der Heimat, in der ihr euch auskennt?".

Mit großer Begeisterung gratulierte er den beiden Gewinnerinnen der "Meerjungfrauen" aus Potsdam zu 750 Euro Preisgeld. Ihre Vision vom einem Freiluft-Programm-Kino hat durch die Realisierbarkeit bestochen und Dr. Hans- Liudger Dienel persönlich begeistert. "Ich hoffe, so ein Kino gibt es bald überall!"

  

Konzert-Stimmung machte sich bei der Verleihung des vierten Platzes breit. Als über die Lautsprecher der Song "Wir wollen bleiben" der Jugendlichen vom Ideenwerk in Halle ertönte, wippten manche mit den Füßen und bekamen eine Gänsehaut. Den Preis über 500 Euro für die musikalische Vision von einer friedlichen Zukunft in Sachsen-Anhalt überreichte Heidemarie Rubart, Leiterin der Koordinierungsstelle "Perspektiven für junge Menschen - gemeinsam gegen Abwanderung" in der Stiftung Demokratische Jugend. Sie sprach von einem "Ohrwurm", den Sachsen-Anhalt jetzt bekommen habe und der Hoffnung, diesen identitätsstiftenden Song nun öfter zu hören.

Den fünften Preis verlieh Andrea Wicklein, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Aufbau Ost für die SPD Bundestagsfraktion einer Gruppe aus ihrem Wahlkreis Brandenburg. Vorab betonte sie in ihrer Rede: "Jugendliche aller Schultypen und ganz verschiedene Träger der Jugendarbeit haben sich an dem Wettbewerb beteiligt. Abiturienten genauso wie Jugendliche, die mit viel Mut und Engagement versuchen, ihren Hauptschulabschluss nachzumachen. Dass es gerade für diese Jugendlichen manchmal schon Visionäres hat, überhaupt einen Ausbildungsplatz in ihrer ostdeutschen Region zu bekommen, das darf nicht so bleiben. Hier müssen Visionen unbedingt zur Wirklichkeit werden. Dafür werden wir uns alle gemeinsam einsetzen, damit diese Visionen Wirklichkeit werden."

  

Andrea Wicklein verlieh den Preis an die St. Marien-Domgemeinde aus Fürstenwalde. Sie unterstütze die Jugendlichen in ihrer Idee von der "Visionskosmetik" - sich städtebaulich in Zukunft mehr um die verlassenen Regionen zu kümmern und etwas für die Optik von Häusern, Straßen und Plätzen zu unternehmen.

In einer zweiten Runde und mit weiterer Begeisterung wurden auch die Plätze sechs bis zehn (jeweils eine elektronische Dart -Scheibe und ein Multimedia-Gutschein) vergeben. Aufmerksam verfolgten die Anwesenden jede Visionsidee und von Preis zu Preis füllte sich die Vielfalt an "Visionen für Regionen". (>>> lesen Sie hier mehr über diese Visionen). Es waren Collagen und Modelle, die noch ausgezeichnet wurden und am Ende gab es zehn Preisträger mit zehn völlig unterschiedlichen Ideen für die Mitgestaltung ihrer Heimatregion in Ostdeutschland. Zu Ende ging der Tag mit einer Schifffahrt duch Berlin-Mitte. Ein Geschenk an die Jugendlichen vom nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung.

Ein einmaliger Ideenwettbewerb geht zu Ende und die Stiftung Demokratische Jugend gratuliert allen Jugendlichen zu ihren Preisen. Andreas Pautzke: "Wir sagen "DANKE" für euer Engagement!"


Der Ideenwettbewerb "Visionen für Regionen" wurde ausgeschrieben von der Koordinierungsstelle "Perspektiven für junge Menschen - gemeinsam gegen Abwanderung" in der Stiftung Demokratische Jugend.

Umgesetzt wurde der Ideenwettbewerb vom nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung.



>>> Die Pressemitteilung zur Preisverleihung

>>> Pressespiegel zur Preisverleihung

>>> Fotogalerie zur Preisverleihung

>>> Die Jury vom Ideenwettbewerb



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