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Das haben wir ganz alleine geschafft!

05.07.2007: Preisverleihung von Jugend engagiert in Brandenburg

(Text/Fotos: Brigitta Hafiz)

4. Juli 2007: Ein Tag und zwei Preisverleihungen. Während zeitgleich in Berlin zehn Preise für die Gewinner von Visionen für Regionen" verliehen wurden, bekamen 5 Jugendgruppen im Landtag in Potsdam eine ganz besondere Audienz. "Jugend engagiert in Brandenburg" stand auf der Tagesordnung - eine außerordentliche Sitzung.

In diesem zweiten Jahr des Wettbewerbs fiel es der Jury besonders schwer, aus den 28 Bewerbergruppen die Preisträger auszuwählen. Doch sie hat es geschafft. Fünf Gruppen aus vier Landkreisen sind jetzt ganz offiziell die Besten Projekte 2006 in Brandenburg.

"Es waren so viele gute Projekte darunter" berichtete Ute Seckendorf von der Stiftung Demokratische Jugend in ihrer Begrüßung, "dass wir uns erstmals auf drei zweite Plätze geeinigt haben. Es war ein Kopf an Kopf Rennen". Burkhard Jungkamp, Staatsekretär im Ministerium für Jugend, Bildung und Sport, machte in seinem Grußwort an die Jugendlichen und Abgeordneten deutlich, wie wichtig engagierte Jugendliche für das Land Brandenburg seien. Er bedankte sich herzlich bei den Jugendlichen: "Wir können etwas gegen die Abwanderung tun, denn viele junge Menschen möchten in ihrer Heimat bleiben, wenn die Bedingungen dazu vorhanden sind. Und was ihr hier macht, ist nicht nur soziales Engagement, sondern auch Kommunalpolitik, die Gestaltung Eures Lebensumfelds. Dafür bedanke ich mich bei Euch."

Ein Zeichen der Würdigung war bei dieser Preisverleihung die Anwesenheit der Abgeordneten. Carola Hartfelder, jugendpolitische Sprecherin der CDU übergab den ersten Preis. Jutta Lieske, jugendpolitische Sprecherin der SPD würdigte das Engagement der Zweitplatzierten. An die 2. Zweiten richtete der bildungspolitische Sprecher der CDU, Ingo Senftleben, eine Laudatio, gefolgt von Gerrit Große, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke. Für den dritten Platz konnte Ingrid Siebke, bildungspolitische Sprecherin der SPD im Brandenburgischen Landtag gewonnen werden. Ute Seckendorf vertrat die Stiftung Demokratische Jugend und Vera Kirchesch den Landesjugendring Brandenburg. Und alle fanden würdigende Worte für das jugendliche Engagement im Jahr 2006.

  

Fünf Jugendgruppen sind es, die schließlich ausgezeichnet wurden. Jugendliche, die sich für ihren Ort und die Menschen im Ort eingesetzt haben. Die Lust und Ideen haben, etwas in ihrem Heimatort zu ändern. Ganz vorne, die PC- Junkies aus Dahme, die den ersten Platz belegt haben. Diese Jugendlichen haben ihr PC-Wissen eingesetzt, um sozialen Einrichtungen bei wichtigen Projekten kostenlos zu helfen. "Wir machen das freiwillig" erzählte der 14jährige Alexander. "Am liebsten mache ich Texte, zuletzt bei der Broschüre über die Geschichte der Schwimmhalle in Dahme." Roland und Denis fotografieren gerne und bearbeiten auch die Fotos, ob für einen Flyer für den Tierpark oder für die Kunstruine, sie sind an allem interessiert. Jürgen Lanzky, der Projektleiter, hat ziemlich schnell gemerkt, dass seine Jungs aus dem Jugendclub in Dahme einiges können, was anderen nützt. "Da kamen immer welche, und fragten, ob wir ihnen nicht mal die Flyer machen können oder eine Internetseite. Da hab ich dann vermittelt." Die drei Jugendlichen zwischen 14 und 23 Jahren freuen sich sehr über den ersten Platz und über die 1.000€ Preisgeld. Das ist schon die zweite Anerkennung für ihr ehrenamtliches Engagement: Von ihrem Bürgermeister haben sie erst vor kurzem einen Billardtisch für den Jugendclub geschenkt bekommen.

  

Zwei Gewinnergruppen kommen aus Neuruppin. Dazu gehören Oliver, Richard, Dörte, Robert, Anne-Katrin, Paul und Christin. Die Jugendlichen der ersten Gruppe sind alle zwischen 18 und 23 Jahre alt und haben in ihrer Stadt als Jugendbeirat schon einiges bewegt. Ihr Projekt im letzten Jahr: Als sie bemerkten, dass zur bevorstehenden 750 Jahrfeier der Stadt körperlich Behinderte und ältere Menschen kaum eine Chance hatten, das große Stadtfest zu besuchen, war schnell klar, dass sie hier aktiv werden wollten. Sie kooperierten mit dem Arbeiter Samariter Bund und organisierten Fahrdienste. Und das war nur der Anfang. Später kümmerten sich die Jugendlichen darum, die Menschen besser in den Alltag zu integrieren - zum Beispiel durch gemeinsame Veranstaltungen. Anfangs haben sie nicht gedacht, das ihre Idee so viel Zuspruch bekommen würde. "Das war das Schönste: zu merken, dass unsere Angebote wirklich gebraucht werden."

  

Die zweite Neuruppiner Gruppe ist die AG Jugend der Proheide e.V. , die sich der Bürgerinitiative gegen die Eröffnung eines Bombenabwurfplatzes angeschlossen hat. Bei der Preisverleihung erzählten diese Jugendlichen von ihrer Benefiz-Gala, die sie anlässlich dieses Top-Themas im Ort veranstaltet haben. "Das war eine neue Form des Protestes, ein Protest im neuen Gewand. So eine Gala gegen das Bombodrom gab es bei uns noch nicht" erzählt Paul, ein Mitglied der Gruppe. "Wir haben alles alleine gemacht, angefangen von der Technik über die Öffentlichkeitsarbeit und das Marketing. Die Stadt hat ganz schön gestaunt, dass wir das geschafft haben ohne Hilfe der Erwachsenen." Die Jugendlichen sind stolz auf sich. Und das zurecht. Beide Neuruppiner Gruppen erhielten für die Umsetzung ihrer Ideen jeweils 550 € Preisgeld.

  

Zum Jugendbeirat in Falkenberg gehören Daniela, Sebastian, Laura Viktoria und Roy, Jugendliche im Alter von 18-28 Jahre. Sie haben die Türen ihres Jugendclubs geöffnet und bieten seit dem vergangenen Jahr Programm für die älteren Generationen im Ort an. Besonders spannend war das Theaterstück "Schneewittchen", in dem das "Schneewittchen" immer älter wurde und von Darstellern unterschiedlicher Generationen gespielt wurde. In naher Zukunft soll dann in Falkenberg ein "märchenhaftes" Mehrgenerationenhaus entstehen. Um dieses Vorhaben weiter voranzutreiben, können auch diese Gewinner 550 € Preisgeld gut gebrauchen.

  

Und es gibt Gewinner aus Nuthethal. Ina, Anne- Kathrin, Juliane und Ingo gehören zum Jugendparlament Nuthetal. Sie sind alle zwischen 18 und 21 Jahre alt und wollten sich nützlich machen. "Beim Dorffest starteten wir eine Umfrage, um herauszufinden, welches Projekt die Bewohner und Bewohnerinnen wohl wichtig finden würden." Und sie fanden heraus, dass es eine Skater- und Freizeitanlage für Jugendliche und Familien ist, die von vielen gewünscht wird. Und so machten sie sich daran, diese Idee umzusetzen. Sie planten die Anlage gemeinsam mit Landschaftsplanern, nahmen Kontakt zum Ortsbeirat auf und möchten die zukünftigen Nutzergruppen an einen Tisch bringen. Für ihre Ideen erhielten sie 350,00 €.

Die Preisverleihung endete mit einem Besuch der Landtagssitzung - neu dürfte die Arbeit der Abgeordneten für die Jugendlichen nicht sein: Wie man die Interessen seiner Gruppe am Besten in der Öffentlichkeit vertritt und Forderungen durchsetzt- das haben sie in ihren Projekten gelernt. Und gut reden können die engagierten Jugendlichen auch schon.


>>> Presseartikel der Märkischen Allgemeinen über die Jugendgruppe aus Nuthethal


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